Nachhaltiger Tourismus in den Alpen

Rapsfeld (C) MaBoXer
Rapsfeld (C) MaBoXer

Die Folgeprobleme des modernen Massentourismus, sei es nun sozialer oder ökologischer Art, ließen die naturinteressierten Verantwortlichen bereits in den siebziger Jahren nach weniger technisierten Formen des Tourismus suchen. Es wurde erstmals über Alternativen nachgedacht Tourismus zu fördern, ohne der Infrastruktur die Landschaft, derentwegen der Tourismus blüht, zu opfern. Dabei wurde schnell klar, dass es einen Tourismus, mit dem alle zufrieden sind, nicht geben wird. Es sei allerdings lohnenswert, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Diesen kleinsten gemeinsamen Nenner nennt man heute gern „sanfter Tourismus, sprich Nachhaltiger Tourismus“ oder „Ökotourismus“.

Welche Folgen hat sanfter Tourismus?

Diese Form des Tourismus möchte erreichen, dass negative Auswirkungen durch den Tourismus möglichste gering, die Reisen sozial und ökologisch verträglich sind. Dabei soll der Bevölkerung ein gesichertes Einkommen erhalten bleiben, ohne dass die kulturelle Identität beeinträchtigt wird. Das kann in der Praxis dazu führen, dass Urlauber nicht mehr mit dem Pkw, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln ihr Urlaubsziel ansteuern und bestimmte Sportarten, wie Heliskiing oder Motorschlittenfahrten nicht mehr zur Verfügung stehen. Bei anderen Sportarten wie Mountainbiken, Bergsteigen oder Skifahren werden die Sportler verstärkt aufgefordert, die Natur so zu hinterlassen, wie sie vorgefunden wurde.

Eine Reihe unterschiedlicher Indikatoren zur Bestimmung eines umweltverträglichen Tourismus wurden schon ermittelt, teilweise sogar bereits in der Praxis erprobt und für gut befunden. Darin spielt das Verhältnis zwischen Einwohnern und Gästebetten eine Rolle. Damit die Orte außerhalb der Urlaubszeiten nicht zu Geisterstädten mutieren, sollte die Anzahl von zwei Gästebetten je Einwohner nicht überschritten werden. Restaurants, Hotels, Alpen Chalets und Pensionen müssen angehalten werden, einheimische Produkte aus der Nachbarschaft mit kurzen Transportwegen einzukaufen, beispielsweise Käse aus den Sennereien der Umgebung und Fleisch oder Wurst aus den hauseigenen Schlachtungen der örtlichen Landwirte.

Erste Erfolge sind erkennbar

Ob die Tourismuspolitik einzelner Orte oder Regionen erfolgreich ist oder nicht, lässt sich längst nicht mehr an der Anzahl der Übernachtungen oder der Bettenzahl festmachen. Vielmehr ist entscheidend, ob die vorhandenen Ressourcen bei möglichst geringer Belastung der Umwelt optimal genutzt werden. Um dies zu beurteilen, ist es von Bedeutung, die tatsächliche Aufenthaltsdauer pro Gast, die Belegungsquote der Betten sowie den Ausgabenanteil für heimische Produkte zu kennen. Erst dann kann man beurteilen, ob ein regionalwirtschaftliches und ökologisches Tourismusprojekt erfolgreich ist. Dies umzusetzen wird schwierig und langwierig sein, kann aber gelingen. Weltweit wenden sich immer mehr Regionen speziell an Gäste und Urlauber, die auf einen ökologischen Tourismus Wert legen. In den Alpen existieren erste Initiativen, die den sanften Tourismus in den Alpen gezielt fördern wollen. Andere Inseln, beispielsweise Mallorca, folgen und wollen das Partyimage loswerden.

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